Warum man seine Karriere im Ausland nicht zurückschrauben sollte

Sollte man im Ausland einen schlechteren Job annehmen? Ihr Job in einem neuen Land sollte kein Schritt zurück sein – es sei denn Sie können ihn als Sprungbrett benutzen.

Vitamin B kann Gold wert sein, wenn es um die Jobsuche geht. Dies gilt auch für das Ausland, denn auch anderswo werden die meisten Stellen intern oder durch Bekanntschaften vergeben. Wenn man also neu im Land ist bedeutet dies, dass man auf sich alleine gestellt ist. Ausländische Arbeitgeber wissen oftmals nicht wie sie ein fremdes Zeugnis oder Qualifikationen einstufen sollen und sind sich nicht sicher, ob es dem einheimischen Standard entspricht. Viele Ausbildungsberufe in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind zum Beispiel in vielen anderen (vor allem englischsprachigen) Ländern nur mit einem Universitätsstudium zu absolvieren. Zudem übersetzen viele das deutsche Diplom fehlerhaft mit dem Wort Diploma. Das Wort “Diploma” bedeutet zwar Abschlusszeugnis, allerdings wird ein Diploma für jegliche Art an Kursen vergeben und hat nichts mit einem Universitätsabschluss (Degree) zu tun.

Dies kann für Verwirrung auf Seiten der Arbeitgeber führen, da man kein großes Risiko eingehen möchte und vermutlich glaubt, Sie dann noch von A-Z anlernen zu müssen. All diese Hürden kann man allerdings überwinden, wenn man weiß wie man sich richtig im Ausland positioniert. Leider geben einige viel zu schnell auf und entscheiden sich erstmal unten anzufangen – ganz nach dem Motto: neues Land, neuer Anfang. Dass man sich nicht nur karrieretechnisch, sondern vor allem sich selbst damit schadet, da eine schlechtere Position und weniger Gehalt dem Selbstbewusstsein einen Knacks geben können, wird den meisten leider erst viel zu spät bewusst.

Ihr Job in einem neuen Land sollte kein Schritt zurück sein – es sei denn Sie können ihn als Sprungbrett benutzen

Einen schlechteren Job anzutreten, obwohl Sie eigentlich viel mehr Erfahrung haben, kann die einfachere Lösung sein, schnell an einen Job zu kommen, allerdings besteht die Gefahr, dass Sie dadurch in eine Schleife geraten aus der Sie womöglich nicht allzu schnell wieder herauskommen. Wenn Sie sich also kleingeredet haben und nun schon ein paar Monate oder sogar Jahre in einer schlechteren Position gearbeitet haben und sich endlich auf bessere Stellen bewerben, kann sich dies negativ auf Sie auswirken. Der Arbeitgeber wird vermuten, dass etwas mit Ihnen nicht stimmt.

Schauen Sie sich nach Jobs um, die Ihrem vorherigen beziehungsweise jetzigen Job entsprechen. Falls Sie also bereits Senior Consultant sind und denken, dass Sie sich in einer Consultant Position für den Anfang trotzdem wohlfühlen würden, dann sollten Sie dies nur tun, wenn die Aufstiegschancen in dieser Firma besser sind und wenn die Firma besser angesehen ist. Länger als 12 Monate sollten Sie allerdings nicht in einer schlechteren Position arbeiten, denn sonst hinken Sie Ihren bisherigen Errungenschaften und somit Ihrer eigenen Karriere hinterher. In den ersten Monaten muss man sich beweisen können und nach der Probezeit (meistens nach sechs Monaten) sollte man selbst einschätzen können, wie die Aufstiegschancen stehen. Diese kann man dann bereits im Feedback-Gespräch vor dem Ende der Probezeit besprechen.

Mit Job sucht es sich leichter als ohne

Sollte sich herausstellen, dass Sie so schnell nicht befördert werden, dann hat Ihre Anstellung dennoch etwas Gute, denn mit einem aktuellen Job im Ausland sucht es sich viel einfacher als ohne Job. Nutzen Sie diesen Job also als Sprungbrett, um eine bessere Stelle zu finden. Dies trifft natürlich auch auf Ihren jetzigen Job im Heimatland zu; allerdings ist es viel schwieriger, seinem aktuellen Job nachzugehen, während man im Ausland nach einem neuen Job sucht. Manchmal muss man deshalb seinen Job kündigen und den Sprung ins Ausland wagen.

Manchmal muss man kündigen, um die Karriereleiter aufzusteigen

Besonders bei großen Firmen ist es ein gut gehütetes Geheimnis, dass man schneller befördert wird, wenn man alle zwei Jahre die Firma wechselt beziehungsweise kündigt. Hierbei ist es sehr wichtig, dass man keine Brücken abbrennt. Viele Fachkräfte gehen für ein bis zwei Jahre zur Konkurrenz und werden dann getreu nach dem Motto „Man weiß etwas erst zu schätzen, wenn man es verloren hat“ von der vorherigen Firma wieder angeschrieben. Wenn Sie sich wieder von sich aus bei einer ehemaligen Firma bewerben, haben Sie ebenfalls bessere Karten, da man Sie ja bereits kennt. Außerdem haben Sie sich ja in der Zwischenzeit weiterentwickelt und auch etwas über die Konkurrenz gelernt. Natürlich sollten Sie dies nur tun, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie in Ihrer jetzigen Firma nicht weiterkommen.