Verdeckter Stellenmarkt im Ausland: Wie knackt man den “Hidden Job Market“?

Wenn es um das Bewerben im Ausland geht, kommt sich der ein oder andere vor, als ob er vor verschlossenen Türen steht.

Ohne Bekanntschaften im neuen Land kann es ganz schön schwierig werden, einen geeigneten Job zu finden. Die meisten Bewerber konzentrieren sich deshalb auf die Bewerbung per Stellenanzeigen. Jedoch ist das Antworten auf Stellenanzeigen laut Richard N. Bolles die ineffektivste Methode, wenn man einen Job sucht.

Das größte Argument gegen Stellenanzeigen ist, dass circa 70-80 Prozent der Stellen, die vergeben werden, nicht vorher inseriert werden. Im Englischen nennt man dieses Phänomen auch “Hidden Job Market“, was zu Deutsch verdeckter Stellenmarkt bedeutet.

Man könnte meinen, dass Arbeitgeber sich keinen Gefallen tun, wenn Sie nicht den bestmöglichen Kandidaten für den Job bevorzugen. Der Arbeitgeber hat diesbezüglich jedoch andere Argumente.

Warum bevorzugen Arbeitgeber den verdeckten Stellenmarkt und inserieren nicht?

  • Stellenanzeigen kosten Geld
  • Der Bewerbungsprozess über Stellenanzeigen ist sehr langwierig
  • Interne Beförderungen motivieren die Mitarbeiter
  • Mehr Bewerber bedeutet auch, dass man mehr Zeit mit dem Screening-Prozess verschwendet

Wenn man eine dieser verdeckten Stelle findet, dann ist man der Konkurrenz einen Schritt voraus und könnte selbst einem Mitarbeiter, der befördert werden möchte, den Job vor der Nase wegnehmen.

Wie findet man eine verdeckte Stelle?

Die einzig richtige Antwort hier lautet netzwerken – doch wie netzwerkt man am besten?

Der 8-Punkte-Plan mit dem Sie den verdeckten Stellenmarkt knacken:

1. Aktiv und passiv netzwerken: Wenn Sie nur auf Leute zukommen, weil Sie gerade einen Job suchen, dann merken dies die meisten Leute sehr schnell. Binden Sie das Thema Networking fest in Ihren Alltag ein. Dies kann ganz einfach über LinkedIn geschehen, wenn Sie mit einem Kollegen einen Kaffee trinken oder zu einer After-Work Party gehen.

2. Treten Sie einer Netzwerkgruppe bei: Suchen Sie nach Gruppen oder Institutionen in Ihrer Branche oder Handelskammern. Oder treffen Sie sich mit anderen Expats über Stammtische oder Internations Treffen.

3. Initiative mit Initiativbewerbungen beweisen: Vor allem im englischsprachigen Ausland sind Initiativbewerbungen gang und gäbe. Große Firmen wissen, dass Initiativ-Bewerber sich wirklich für die Firma interessieren und auch oft loyaler zu der Firma sind als Bewerber die sich einfach mal so über eine offene Stellenanzeige beworben haben. Mit einer Initiativbewerbung haben Sie sogar die besten Chancen eine offene Stelle zu finden, bevor diese firmenintern ausgeschrieben wird. Wenn die Initiativbewerbung jedoch an den falschen Adressaten gerät, dann kann diese schnell untergehen. Ergreifen Sie deshalb erneut die Initiative, wenn Sie nach circa zwei Wochen nichts von der Firma gehört haben. Ein einfacher Anruf wirkt meist Wunder. Erkundigen Sie sich, ob die Firma Ihre Bewerbung erhalten hat und ob es aktuelle oder in zeitnaher Zukunft Vakanzen in Ihrem Bereich gibt. Nutzen Sie die Chance der direkten Kommunikation, um über Ihre Stärken zu reden.

4. Bleiben Sie in Kontakt mit Personalvermittlern: Einige Firmen haben ihre Rekrutierung komplett ausgelagert und stellen nur über Personalvermittler ein. Seien Sie in Kontakt mit mehreren Personalvermittlungsagenturen, denn oftmals bekommen diese als erste mit, wenn es irgendwo eine verdeckte Stelle gibt.

5. Gehen Sie zu Messen und Konferenzen: Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit als eine Messe, um mit Leuten aus Ihrer Branche in Kontakt zu treten. Nehmen Sie ein paar Kopien Ihres englischen Lebenslaufs mit und händigen diesen aus, wenn Sie denken, dass sich das Gespräch gut entwickelt hat. Selbst wenn Sie vielleicht keinen einflussreichen Mitarbeiter auf der Messe direkt treffen werden, kann ein anderer Mitarbeiter den Kontakt zu jemandem in Ihrer bevorzugten Abteilung herstellen.

6. Verfolgen Sie die lokalen Nachrichten: Expandiert eine Firma gerade? Vielleicht plant die Firma dann insgeheim neue Leute einzustellen. Wurde ein Brancheninsider gerade zu einem aktuellen Thema interviewt? Kontaktieren Sie ihn/sie doch und geben Sie ihm/ihr positives Feedback. So einfach können Gespräche und Kontakte entstehen.

7. Netzwerken Sie mit Xing und LinkedIn: Sie müssen nicht unbedingt auf zahlreiche Netzwerk-Treffen oder Messen gehen, um Kontakte zu einer bestimmten Firma herzustellen. Besonders wenn Sie planen ins Ausland zu ziehen und noch fest in Ihrem alten Job stecken, kann Xing und LinkedIn die passende Lösung für Sie sein. Kontaktieren Sie Arbeitgeber direkt und stellen Sie sich vor. Seien Sie sich allerdings bewusst, dass schlichte Bewerbungen über LinkedIn in den meisten Fällen ignoriert werden. Beginnen Sie die Kontaktanfrage neutral und erwähnen Sie, dass Sie das Profil von jemandem interessant finden oder dass Sie der Firma mit etwas helfen könnten.

8. Personal Branding: Seien Sie sich über Ihre persönliche Eigenmarke bewusst und stärken Sie Ihr Personal Branding. Selbst wenn Sie einen positiven Eindruck bei einem Arbeitgeber oder einem einflussreichen Mitarbeiter hinterlassen haben, müssen Sie sicher gehen, dass dieser erste positive Eindruck bleibt, wenn man Sie bei Google sucht.

 

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