Kündigen und Auswandern: Jobwechsel zwischen zwei Ländern

Was man beachten sollte, wenn man keine Brücken in der Heimat abbrennen möchte, und was man vor der Kündigung erledigen sollte, um im neuen Land durchstarten zu können.

Eine Kündigung muss gut geplant sein, vor allem, wenn man im neuen Land noch keinen festen Job hat. Eine Kündigung ist eine höchst unangenehme Aufgabe und in den meisten Fällen keine erfreuliche Nachricht für den Chef. Wer will schon dem Boss in die Augen sehen und sagen, dass man geht und er sich jemand Neues suchen muss. Manch einer verspürt vielleicht sogar den Drang, dem ungeliebten Chef endlich die Meinung zu sagen. Doch diese Befriedigung würde nur von kurzer Dauer sein und Ihnen womöglich noch schaden. Auch wenn man in der Vergangenheit das ein oder andere Problem mit seinem Chef hatte, sollte man keine Brücken abbrennen – auch nicht oder vor allem, wenn man plant auszuwandern. Sie sollten im Guten gehen, denn der letzte Arbeitgeber kann noch als Referenz für zukünftige Jobs genutzt werden.

Was Sie vor der Kündigung beachten sollten:

Bevor man die Kündigung schreibt, sollte man noch einiges organisieren, bevor es ins Ausland geht.

Finanzielle Inventur

Auch wenn man voll entfacht den Entschluss gefasst hat auszuwandern, sollte man den richtigen Zeitpunkt abwarten. Selbst mit einem guten Jobangebot im Ausland oder der Überzeugung, schnell einen guten Job angeboten zu bekommen, sollte man auf Nummer sicher gehen und eine Reserve für die ersten Monate ansparen, denn sonst platzt der Traum vom Auswandern schneller als es einem lieb ist. Machen Sie deshalb eine finanzielle Inventur und stellen Sie sich die Frage, ob Sie bis zum Auswanderungsdatum genügend Geld zusammen sparen können, um genügen Startkapital zur Verfügung zu haben.

Organisations-Zeitplan

Eine gut geplante Auswanderung kann bis zu einem Jahr lang Planung brauchen. Machen Sie eine Liste mit allen notwendigen Erledigungen und setzen Sie sich ein festes Datum für die Auswanderung. Der Zeitplan sollte jedoch nicht allzu straff gesetzt sein, da Sie eventuell Zeit für ungeplante Hindernisse einrechnen müssen. Auch wenn Ihre Kündigungsfrist drei Monate ist, sollten Sie den Großteil Ihrer zu erledigenden Aufgaben hinter sich haben.

LinkedIn Empfehlungen und Referenzen einholen

Auch wenn Xing im deutschsprachigen Raum beliebter ist als LinkedIn, ist LinkedIn Ihr Türöffner für Jobs im Ausland. Achten Sie deshalb nicht nur auf ein aktuelles und gut ausgefülltes LinkedIn Profil, sondern versuchen Sie so viele Referenzen und Empfehlungen wie möglich zu erhalten. Gerade im englischsprachigen Ausland ist LinkedIn eine wichtige Referenz zu bisherigen Arbeitgebern. Fragen Sie nach Referenzen oder besser – geben Sie welche. Die meisten werden sich über das gute Feedback freuen und sich ebenfalls mit einer guten Referenz oder Empfehlung auf LinkedIn bei Ihnen bedanken. Wenn Sie bereits den Job verlassen haben oder sogar bereits ausgewandert sind, dann kann es deutlich schwieriger werden eine gute Referenz auf LinkedIn zu bekommen. Aus den Augen, aus dem Sinn – welcher Chef möchte schon Zeit damit vergeuden, ehemalige Angestellte zu bewerten?

Die Kündigung

Wenn der Entschluss gefasst ist und alle Vorkehrungen getroffen wurden, sollte man einen Termin beim Vorgesetzten machen. Kündigen Sie niemals schriftlich, bevor Sie nicht zuvor mit Ihrem Vorgesetzten geredet haben. Schriftlich ohne Erklärung zu kündigen führt nur zu bösen Gerüchten und man wird glauben, dass Sie mit Ihrem Job unzufrieden seien. Planen Sie das Gespräch nicht in letzter Minute, da immer etwas dazwischen kommen kann und Sie eventuell so die Kündigungsfrist verpassen.
Wenn Sie auswandern möchten, liegt der Grund für die Kündigung auf der Hand. Sie sollten dennoch betonen, dass Sie nicht aus Unzufriedenheit kündigen, sondern um Ihrem langgehegten Traum nachzugehen. Bedanken Sie sich für die gute Zusammenarbeit und besprechen Sie die nächsten Schritte. Reichen Sie Ihre Kündigung in Briefform ein und nicht per E-Mail. Dies können Sie entweder per Post (als Einschreiben mit Rückschein) machen oder Sie reichen die schriftliche Kündigung direkt vor Ort ein und lassen sich den Eingang bestätigen.

Bleiben Sie am Ball und arbeiten Sie wie gewohnt bis zum letzten Tag weiter

Auch wenn Sie gekündigt haben und Ihrer Auswanderung entgegenfiebern, sollten Sie Ihren Job ernst nehmen. Kollegen und Vorgesetzte merken schnell, wenn man nicht mehr bei der Sache ist und dies kann sich negativ auf Ihr Arbeitszeugnis auswirken. Denken Sie in Ihren letzte Wochen nicht an negative Ereignisse, sondern seien Sie sich bewusst, dass Ihr Job Ihren Auswanderungstraum finanziert.

Abschied und in Verbindung bleiben

Niemand feiert gerne Abschied, aber Sie sollten den letzten Tag dennoch dazu nutzen, um in guter Erinnerung zu bleiben. Der Abschied kann entweder auf der Arbeit stattfinden – gehen Sie mit Ihrem Team in einem Restaurant zusammen Mittagessen oder bringen Sie Kuchen mit, oder aber organisieren Sie ein Treffen nach der Arbeit und gehen Sie mit Ihren alten Kollegen etwas trinken. Bevor Sie Ihren Laptop zuklappen, sollten Sie eine kurze Abschieds-E-Mail formulieren und sich bei allen für die Zusammenarbeit bedanken. Zudem ist es eine gute Idee, sein LinkedIn und Xing Profil in der Email zu verlinken, um in Kontakt mit Ihren Kollegen zu bleiben.