Gefahren, Risiken und Probleme beim Auswandern

Vorzeitig beendete Auswanderungen liegen gewisse Probleme und Gefahren zugrunde. Um erfolgreich auszuwandern, sollte man sich deshalb mit allen verbundenen Risiken beschäftigen.

Eine Auswanderung wird oftmals zunächst mit Abenteuer, Spannung, Aufregung sowie einer neuen Chance assoziiert. Bei all den Dingen, die es bei einer Auswanderung zu bedenken gilt und den Vorbereitungen die zu treffen sind, denken die wenigsten Menschen an die potenziellen Gefahren, Risiken und Probleme, die eine Umsiedlung in die Ferne mit sich bringen kann. Dies ist jedoch keinesfalls ungewöhnlich, denn es liegt in der Natur des Menschen unangenehme Dinge unbewusst zu verdrängen und sich bevorzugt auf die positiven Aspekte eines Vorhabens zu konzentrieren. Man träumt von einer besseren Zukunft und einem sorgenfreien Leben, doch das Neuland kann auch schnell zum Alptraum werden.

Wahrscheinlich hat jeder von uns schon von gescheiterten Auswanderungen gehört. Wenn nicht im eigenen Bekanntenkreis, dann über die diversen Auswanderersendungen im TV, bei denen leider nicht alle Auswanderer ihr Glück fernab der Heimat finden konnten. Vorzeitig beendete Auswanderungen sind keine Seltenheit und um seine eigenen Auswanderungspläne bestmöglich erfolgreich umzusetzen, sollten gewisse Risiken und Gefahren vorab geprüft werden.

Wer sich also schon vor der Abreise mit den möglichen Problemen und Gefahren beschäftigt, die eine Emigration mit sich bringen kann, hat bessere Chancen diese Hürden souverän zu meistern. Wenn folgende Tipps in Betracht gezogen werden, lassen sich die Risiken bereits beträchtlich reduzieren. Dennoch gibt es niemals eine Garantie, dass die Auswanderung vollkommen ohne Gefahren und Risiken verläuft. Doch wer sich bereits im Vorfeld gut auf mögliche Schwierigkeiten vorbereitet und eingestellt hat, hat bessere Chancen bei der Bewältigung.

Vorsicht bei Betrug im Ausland

Betrüger lauern weltweit und nutzen die Unwissenheit der Leute aus, um schnell an Ihr Geld zu kommen. Bei einer Auswanderung gibt es diverse mögliche Wege, bei denen man mit Betrügern in Kontakt kommen kann. Wird der Betrug bemerkt, ist es oftmals schon zu spät. Ein gesundes Misstrauen gegenüber fremden Menschen und Agenturen ist daher unabdingbar. Werden für eine Auswanderung also Berater, Agenturen oder Anwälte konsultiert, sollten deren Referenzen vor der Inanspruchnahme der jeweiligen Leistung geprüft werden. Speziell wenn es um Vorhaben geht, die größere finanzielle Summen involvieren, ist Vorsicht geboten. Offizielle Ansprechpartner werden meist von den deutschen Botschaften empfohlen. Bei diesen Angaben kann man sich sicher sein, dass die Seriosität gegeben ist.

Betrüger sind oft einzigartige Schauspieler, wenn es um zwischenmenschliche Kompetenzen geht und daher wird man gerne dazu verleitet ihnen sein Vertrauen zu schenken. Begegnen Sie also fremden Menschen und Agenturen gegenüber immer mit einer gesunden Skepsis und treffen Sie keine übereilten Entscheidungen, z.B. beim Kauf einer Immobilie oder beim tätigen einer Investition.

Sprachliche Hürden

Risiken und Gefahren verbergen sich auch oft in banalen Dingen. Wer die Landessprache seiner neu gewählten Heimat nicht beherrscht, sollte niemals Dokumente unterschreiben, die in der Landessprache verfasst sind, ohne deren Inhalt genaustens zu kennen. Es sollte sich immer die Zeit genommen werden die Dokumente vor Unterzeichnung von einem unabhängigen und anerkannten Übersetzer oder der Person seines Vertrauens übersetzen und prüfen zu lassen. Auch vermeintlich banale Dokumente wie ein Mietvertrag sollten nicht blind in einer fremden Sprache unterschrieben werden, um anschließend böse Überraschungen zu vermeiden.

Unüberwindbare Differenzen

Wer zusammen mit einem Freund, dem Partner oder mit der kompletten Familie auswandert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass sich die Erwartungen an die Auswanderung von Person zu Person stark unterscheiden können. Während eine Person vielleicht tatsächlich das gesuchte Glück in der neuen Heimat findet, kann der Expat-Partner große Schwierigkeiten mit dem neuen Umfeld haben und das Vorhaben in Frage stellen. Wünsche und Erwartungen können sich mit der Zeit ändern und daher sollte man vorab besprechen, was in diesem Fall zu tun ist. Nicht selten enden gemeinsame Auswanderungen in einer Trennung. Dies wird zu einem noch größeren Problem, wenn Kinder in die Auswanderung eingebunden sind. So unangenehm es auch sein mag diesem Thema vor der Abreise Beachtung zu schenken, sollte es auf jeden Fall als mögliches Szenario durchgespielt werden, um anschießende Konflikte und daraus resultierende Probleme mit einer Exit-Strategie zu vermeiden.

Rückkehr einplanen

Für den Worst Case einer gescheiterten Auswanderung sollten schon vor Aufbruch in die Ferne Vorbereitungen für eine mögliche Rückkehr in die Heimat getroffen werden. Es sollten also nicht direkt alle Brücken abgebrochen werden und ein Hintertürchen sollte stets offen stehen, damit die Auswanderung nicht zur Falle wird. Hierbei spielen eine Unterkunft sowie finanzielle Reserven eine wichtige Rolle, um die Zeit zu überbrücken, bis ein Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt möglich ist, um wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Auch der regelmäßige Kontakt zu Familie und Freunden ist wichtig, damit diese einem bei einer Rückkehr mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

Die Zukunft im Blick behalten

Speziell junge Menschen zieht es nach dem Schulabschluss ins Ausland. Während die meisten von ihnen einen begrenzten Zeitraum für die Auswanderung festlegen, um neue Erfahrungen vor dem Studium oder der Ausbildung zu sammeln, gibt es auch diejenigen, die es für längere Zeit oder gar für immer in die Ferne zieht. Doch die Auswanderung erfolgt in diesem Fall oftmals viel zu früh, da somit weder eine abgeschlossene Berufsausbildung (und somit keine Berufserfahrung) sowie keine ausreichende Lebenserfahrung vorhanden ist. Daher sollte eine Auswanderung mit einem langfristigen Blick auf die eigene Zukunft geplant werden. Dieses Vorhaben rennt nicht weg und auch wenn es direkt nach der Schule verlockend erscheint der Heimat den Rücken zu kehren, so ist es empfehlenswert dies zunächst in Form eines Probelaufs für einen begrenzten Zeitraum, beispielsweise für ein Jahr, zu planen.

An das Alter und die Gesundheit denken

Die Berichte in den Medien häufen sich derzeit über die steigende Altersarmut in Deutschland. Viele Auswanderer vergessen leider bei ihrer Planung sich ausreichend mit der Gesundheitsvorsorge oder der Altersvorsorge zu befassen. Wer also im Rentenalter in seine Heimat zurückkehren möchte, sollte sich darüber bewusst sein, was es für die eigene Rente bedeutet, wenn mehrere Jahre lang nichts in die Rentenkasse einbezahlt wurde. Für längere Aufenthalte in einem fremden Land sind private Rentenvorkehrungen deshalb dringend empfehlenswert. Auch für eine umfassende gesundheitliche Vorsorge sollte gesorgt werden, um eine angemessene medizinische Versorgung im Ausland zu gewährleisten. Ist keine Krankenversicherung vorhanden und es wird ein größerer medizinischer Eingriff nötig, kann das schnell zu einer unüberwindbaren finanziellen Hürde werden.


Die zuvor genannten Punkte sollen dem freudigen Vorhaben einer Auswanderung keinesfalls einen Dämpfer verpassen und die Freude schmälern. Diese Hinweise dienen dem eigenen Schutz, um einen unüberlegten und spontanen Ausstieg vorzubeugen, der dadurch vermehrte Risiken, Probleme und Gefahren mit sich bringen könnte. Wer die aufgezählten Punkte in Betracht zieht und sich vorab einhergehend damit beschäftigt, hat beste Chancen auf eine erfolgreiche und glückliche Auswanderung ohne Ängste und Sorgen.