Auswandern mit Kindern: Auswanderung mit der ganzen Familie oder Alleinerziehend

Auch wenn eine Auswanderung mit Kind so manche Probleme mit sich bringt, ist dies ein Abenteuer für die ganze Familie, welche sie noch mehr zusammenschweißen kann.

Eine Auswanderung zu planen ist zweifelsfrei eine stressvolle Angelegenheit. Wenn man aber nicht alleine auswandern und seine Kinder und seinen Partner mitnehmen möchte, dann wird die Sache mit der Auswanderung nochmals komplizierter.

Alter entscheidend über Eingewöhnungsphase im neuen Land

Das Alter des Kindes entscheidet maßgebend, wie gut das Kind oder die Kinder sich im Zielland eingewöhnen. Babys und Kleinkinder haben die besten Chancen sich langfristig an einen neuen Ort und an ein neues Land zu gewöhnen. Kleinere Kinder erlernen die Sprache des neuen Landes wie von selbst. Schulkinder und Teenager, die die Landesprache des Auswanderungsziels nicht sprechen tun sich am Anfang der Auswanderung sehr schwer. Wenn das Kind neu in einer Klasse und in einer fremden Umgebung ist, dann sind Tränen fast vorprogrammiert. Zu bedenken ist außerdem, dass durch mangelnde Sprachkenntnisse die Schulleistung ebenfalls leiden kann und dies kann dazu führen, dass das Kind eine Schulklasse runtergestuft wird. Teenager tun sich am schwierigsten bei einer Auswanderung. Ihnen fällt es schwer ihre Freunde und ihre gewohnte Umgebung für ein neues und unbekanntes Land zu verlassen.

Kann ich meinem Kind das überhaupt antun?

Viele Eltern treffen die Entscheidung mit der ganzen Familie auszuwandern ohne Ihre Kinder zu fragen. „Was soll ein Kleinkind schon dazu sagen, immerhin ist die Auswanderung ja auch geplant, um dem Kind eine bessere Lebensqualität zu bieten“ wird dann argumentiert. Selbst wenn die Auswanderung ohne Probleme verläuft, bedeutet sie Stress für die Kinder.

Zudem hinterlässt man die Großeltern der Kinder in der Heimat. Dies kann schmerzhaft für Oma und Opa sowie die Kinder selbst sein. Durch die Großeltern fällt auch eine Stütze weg, die vorher wie selbstverständlich hingenommen wurde. Besprechen Sie deshalb unbedingt mit Ihren eigenen Eltern was diese zu der geplanten Auswanderung denken.

Fragen Sie sich ernsthaft: Was hat mein Kind von der Auswanderung? Ein besseres Klima, bessere Chancen in der Zukunft beruflich voranzukommen oder eine bessere Lebensqualität?

Ein neues Land bedeutet natürlich auch eine andere Kultur. Wer seinen Kindern bei sich zuhause Werte aus der alten Heimat beibringt und das Kind andere Werte in der Schule vermittelt bekommt, kann dies das Kind verwirren. Das Kind bekommt dann mit, dass es anders als die anderen Kinder ist und kann sich unter Umständen als Außenseiter fühlen.

Eine Exit-Strategie muss auch für die Kinder geplant werden

Niemand sollte eine Auswanderung planen ohne sich eine mögliche Exit-Strategie zu überlegen. Diese muss Ihre Optionen klären, falls die Auswanderung nicht klappt oder sie es sich einfach anders überlegt haben. Die Exit-Strategie muss Ihre berufliche Zukunft, Ihre finanziellen Mittel, den Wohnort und natürlich auch die Schulfrage der Kinder bei einer möglichen Rückwanderung beinhalten. Die wichtigste Frage hierbei ist natürlich, ob die im Ausland erbrachten Schulleistungen auch wieder in Deutschland anerkannt werden.

Alleinerziehend mit Kind auswandern

Wer als Alleinerziehende mit Kind auswandern möchte, der hat es sicherlich nicht einfach. Als allererstes muss die Frage um das Sorgerecht geklärt werden. Der Vater des Kindes spielt in der Erziehung Ihres Kindes eine erhebliche Rolle, auch wenn der Vater das Kind womöglich nur selten sieht. Ohne die Einverständniserklärung des Kindsvaters darf man deshalb nicht auswandern. Wer keine Einverständniserklärung einholt kann Probleme wegen Kindesentführung bekommen. Wer gar keinen Kontakt zu dem Kindsvater hat, sollte diesen dennoch dazu unterrichten, dass man eine Auswanderung mit dem gemeinsamen Kind plant. Wer alleine mit Kind auswandern möchte, muss sich bewusstmachen, dass man nicht nur den Kindsvater, sondern auch alle anderen Familienangehörigen in der Heimat hinterlässt.

Wann lohnt sich eine Auswanderung für ein Kind?

Kinder mit Krankheiten wie Asthma oder Hautkrankheiten können von einem Leben in einem angenehmeren Klima oder am Meer sehr profitieren. Länder mit einer ähnlichen Kultur und Werten sind einfacher zum Eingewöhnen als Länder mit einer komplett anderen Kultur.

Teenager, die mit dem deutschen Schulsystem nicht zurechtkommen, haben in Ländern wie den USA womöglich bessere Chancen einen High School Abschluss zu machen, als das deutsche Abitur zu bestehen. Ein High School Abschluss berechtig zudem in Deutschland zu studieren, obwohl dieses in den meisten Fällen einfacher ist als das deutsche Abitur.

Wie plant man am besten eine Auswanderung mit Kind?

Eine Orientierungsreise ist bei einer Auswanderung mit Kind oder der ganzen Familie unumgänglich. Hierbei sollte es sich nicht um einen Urlaub handeln, sondern das echte Leben im Land so gut wie möglich simulieren. Nehmen Sie sich am besten ein AirBnb und proben Sie den Alltag im neuen Land, zum Beispiel nur im Supermarkt einkaufen und öffentliche Verkehrsmittel nehmen. Zudem sollten Sie die neue Stadt erkunden und schauen, welche Arbeitsmöglichkeiten es für Sie und welche Schul-und Bildungsmöglichkeiten es dort für Ihre Kinder gibt. Ignorieren Sie Ihre Wurzeln nicht und planen Sie vorab, wie oft Sie Ihre Heimat und Ihre Familie dort besuchen können. Eine Auswanderung auf Zeit ist nervlich nicht so aufreibend wie eine Auswanderung, die ohne Rückkehr geplant wird. Es kann sich deshalb lohnen nicht alle Brücken in die Heimat abzubrennen und das Eigenheim nicht gleich zu verkaufen, sondern für ein Jahr zu vermieten und dann erst zu entscheiden, ob man langfristig im neuen Land leben möchte oder nicht.