Au-Pair Tipps: Voraussetzungen, Verdienst, Freizeit und Probleme

Als Au-Pair hat man die Möglichkeit das alltägliche Leben einer Familie im Ausland zu erleben. In diesem Gastbeitrag erzählt Miriam Traut von ihrer einjährigen Au-Pair Erfahrung in New York und gibt wertvolle Tipps für diejenigen, die ein Au-Pair Jahr in den USA planen.

Gastbeitrag

Ein Jahr in den USA – der Traum?

© Miriam Traut

Ich bin 19 Jahre alt, als ich beschließe, dass Abenteuer eines einjährigen Auslandaufenthaltes in den USA einzugehen. Das Glück scheint mir gewogen, als ich eine Au-pair-Stelle bei einer wohlhabenden Familie in New York ergattere. Im Laufe des Jahres erlebe ich alle Höhen und Tiefen, die zu so einem Abenteuer dazugehören. Solch ein Au-Pair Jahr in den USA ist zwar nicht in allen Phasen ein Zuckerschlecken, aber es lohnt sich, bereichert, stellt Weichen und prägt einen vermutlich für das ganze Leben. Zurückblickend waren es die besten 365 Tage meines bisherigen Lebens. Folgend möchte ich von meinen Erfahrungen erzählen und euch ein paar Tipps für euren Au-Pair Aufenthalt mit auf den Weg geben:

Au-Pair Voraussetzungen

Interessenten sollten zwischen 18 und 30 Jahre alt sein, Englisch sprechen können und bereits Erfahrung im Umgang mit Kindern haben. Mein Tipp: Setzt euch am besten schon im Voraus mit den amerikanischen Erziehungsmethoden auseinander und überlegt euch, wie ihr mit den kleinen Knirpsen in schwierigen Situationen umgehen könntet. Für diejenigen, die noch nicht allzu viele Erfahrungen der Kindererziehung vorweisen können, mag es ratsam sein, vorab einschlägige Ratgeber zu diesem Thema zu lesen. Eine gute Vorbereitung für ein Auslandsjahr ist das A und O. Das betrifft auch und vor allem die Sprachkenntnisse. Es kann mit Sicherheit nicht schaden, diese nochmals vor Abreise aufzufrischen. Hierbei empfiehlt es sich etwa, englischsprachige Filme zu schauen, wichtige Vokabeln für den Au-Pair Alltag zu lernen oder einen Online-Englischkurs zu belegen.

Verdienst

Der Verdienst liegt bei ungefähr $200 die Woche, aber variiert leicht von Organisation zu Organisation. Zudem erhält man freie Logis und Verpflegung durch die Gastfamilie. Zwar ist das Leben in den USA etwas teurer als in Deutschland, aber mir war es damals sogar möglich, einen Teil des Einkommens für Reisen beiseite zu legen – und das obwohl ich an den freien Wochenenden stets mit meinen Au-Pair Freunden unterwegs war.

Freizeit

Während der Woche stehen dem Au-Pair 1,5 freie Tage zu sowie ein freies Wochenende pro Monat. Ich hatte damals das große Glück, nur montags bis freitags arbeiten zu müssen. Viele meiner Au-Pair Freunde hatten das Wochenende ebenfalls frei. Die Zeit wurde genutzt, um New York unsicher zu machen: Wir besuchten Sportveranstaltungen, unternahmen Ausflüge, trafen uns abends im Diner, gingen ins Kino oder zum Shoppen in die Mall. Es gab stets etwas Neues zu sehen und zu entdecken. So wurde es nie langweilig.

Kulturschock und andere Probleme

Am Anfang ist natürlich alles aufregend und interessant. Man freut sich über das neue Land und ist begeistert von all den fremden Eindrücken, die auf einen zukommen. Doch sehr bald – nach den ersten Wochen der Euphorie – kann einen der Kulturschock überkommen. So war es auch bei mir. Ich war mit einem Mal von den kulturellen Gewohnheiten des Landes überrumpelt. Alles schien mir plötzlich fremd, ungewöhnlich und unverständlich zu sein. Ich geriet in eine Phase der Krise. Was mir in dieser Zeit besonders half, waren neben dem Schreiben eines Tagebuchs, meine neu gewonnenen Au-Pair Freunde vor Ort. Wir tauschten uns aus, gaben uns Ratschläge und entdeckten an unseren freien Wochenenden zusammen die Umgebung. Schon bald gab es keinen Platz mehr für Heimweh.

Aber auch Probleme innerhalb der Gastfamilie können auftreten. Mein Tipp: Sprecht Unstimmigkeiten immer direkt an. Dennoch ist es auch wichtig, dass Kompromisse eingegangen und Vereinbarungen eingehalten werden. Ich musste damals beispielsweise unter der Woche spätestens um 23 Uhr wieder daheim sein und meinen Kleidungsstil der Familie anpassen. Meine „Löcher-Jeans“ waren nicht gern gesehen.

Probleme vorbeugen, aber wie?

  • Lasst euch einen Wochenplan mit Terminen und Aufgaben aushändigen, um Missverständnisse vorzubeugen.
  • Klärt ab, wer sich um eure Schützlinge kümmert, wenn ihr mal krank seid.
  • Nehmt aktiv am Familienleben teil. Das schweißt zusammen und stärkt den Zusammenhalt.
  • Setzt euch mit den amerikanischen Straßenregeln auseinander und informiert euch, wie man sich im Falle eines Unfalles verhalten soll. Das erspart einem unnötigen Ärger mit der Polizei und der Gastfamilie.

Mehr Infos:

Meine Erfahrungen als Au-Pair kann man in meinem Buch “Kulturschock! Au-pair USA” nachlesen: 188 Seiten. 9,99 Euro. ISBN: 978-3741265457. Instagram.